Zeitgenossen

August Strindberg


Beitrag von
Erik von Uexküll '99,
LK-Deutsch
Strindbergs Werk
Das rote Zimmer
Strindberg und die Schären
Leseprobe:
Nachgesang auf die dritte Ehe
Dritter Gesang des Holländers
Zusammenhang mit Dehmel
Brief Dehmel an Strindberg
Stimmen zu Strindberg
Weitere Links
Bravo-Reportage Teil3:
diesmal
August Strindberg

Johan August Strindberg kommt am 22. Januar 1849 in Stockholm zur Welt. Obwohl sein Vater wenig später in Konkurs geht, kann er die Schule besuchen und sich als Hauslehrer sein Studium finanzieren. Nach wechselhaften Studien, Tätigkeiten in Uppsala, Stockholm und Göteborg und ersten literarischen Erfolgen gelingt ihm 1879 der Durchbruch mit dem satirischen Gesellschaftsroman "Das rote Zimmer". Trotzdem verläßt er 1883 Schweden um fernab der engstirnig-spießigen Stockholmer Gesellschaft Europa zu erobern. In den folgenden Jahren führt er ein hektisches Bohèmeleben in den Metropolen Europas, wobei er auch nach Berlin kommt. Dieser Abschnitt seines Lebens ist charakterisiert durch innere Kämpfe und psychische Probleme, die ihn zeitweilig fast in den Wahnsinn treiben. Zusätzlich zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit beschäftigt er sich mit Malerei und naturwissenschaftlichen Experimenten. 1892 wird seine erste Ehe geschieden, 1893 heiratet er erneut, um sich ein Jahr später mit einem Kuß in einer Pariser Gasse für immer von seiner zweiten Frau zu trennen. 1899 kehrt Strindberg schließlich nach Schweden zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1912 bleibt. In dieser Zeit schreibt er Gedichte, Dramen, Romane und Theaterstücke, heiratet seine dritte Frau, bekommt eine Tochter von ihr und läßt sich wieder scheiden.

Strindbergs Werk

Strindbergs Werk ist sehr umfangreich und besteht aus Theaterstücken, Romanen, Erzählungen und Gedichten. Heute bekommt man nur seine bekanntesten Werke auf deutsch, darüberhinaus gibt es nur eine sehr teure Gesamtausgabe, die in Hamburg in keiner öffentlichen Bücherhalle, sondern lediglich in der Staatsbibliothek zu finden ist.
Die nachfolgende Aufstellung ist lediglich dazu bestimmt, einen Überblick zu geben, die Publikationen Strindbergs vollständig aufzulisten würde den Rahmen dieser Seite sprengen:

Röda rummet (Das rote Zimmer), 1879, satirischer Roman, Aufbau Verlag
Tjänstekvinnans son
(Der Sohn der Magd), 1886, autobiographischer Roman, Band 4 der Gesamtausgabe
Hemsöborna (Die Hemsöer), 1887, Schärenroman
Fröken Julie
(Fräulein Julie), 1888, naturalistisches Trauerspiel, Reclam / Suhrkamp
Till Damaskus (Nach Damskus), 1898, Drama in drei Teilen, Reclam
Dödsdansen
(Totentanz), 1900, Theaterstück, Reclam

Das rote Zimmer

Röda rummet (Das rote Zimmer) erschienen 1879

Stockholm im Mai: Der junge Assessor Arvid Falck bricht die von ihm als sinnlos empfundene Beamtenlaufbahn ab um sich als freischaffender Schriftsteller und Journalist zu versuchen. Das Buch schildert eine Art Rundgang durch die Gesellschaft: Unternehmer, Verleger, Geistliche, Künstler, Politiker, Journalisten und Beamten begegnen Falck auf der Suche nach seiner Berufung. Sie alle werden - ebenso wie Falcks vorige Arbeitsstelle, die "Behörde für Zuteilung von Beamtengehältern" - satirisch karikiert und voller Ironie soweit ins Lächerliche gezogen, daß sie teilweise schon zu tragischen Figuren werden. Klüngeleien, Opportunismus und Verlogenheit in der Gesellschaft kommen dadurch deutlich zum Ausdruck. Der ehrliche Falck fällt von einer Enttäuschung in die nächste: Die Arbeit bei der freisinnigen Zeitung "rote Mütze" erweist sich als ebenso verlogen wie die beim Arbeiterblatt "Arbeiterfreund". Als Berichterstatter im Reichstag wird er Zeuge, wie "Oberst Säbelmann", "Amtsrichter Schwindelgrün" und Konsorten sich gegenseitig die Gesetze zuschustern und in der Künstlerkolonie Lill-Jans erlebt er, wie die guten Künstler am Hungertuch nagen während diejenigen, die sich anpassen und nach dem "öffentlichen Geschmack" malen, Erfolg haben. In Lill-Jans trifft er allerdings auch "wahrhaftige" Menschen: Den begnadeten Bildhauer Olle Montanus, der es vorzieht, als mittelloser Philosoph zu leben und den begabten jungen Maler Sellén, der das malt, was ihm gefällt. Aber schließlich resignieren sie alle drei: Olle begeht Selbstmord, Sellén wandert nach Paris aus (hier ist eine Parallele auf den jungen Strindberg zu erkennen, den es wenige Jahre nach erscheinen des Romans selbst nach Paris zog) und Falck paßt sich der Gesellschaft an.

In Lexika und Literaturverzeichnissen wird dieses erste große Werk Strindbergs, mit dem ihm in Schweden der literarische Durchbruch gelang, häufig als satirische Gesellschaftskritik bezeichnet, was meiner Meinung nach auch zutrifft. Die Gesellschaft mitsamt ihren Personen und Institutionen wird in einer Weise dargestellt, die den Eindruck erweckt, der Autor wolle kein gutes Haar an ihr lassen. Dabei liegt das satirische Moment vor allem im inhaltlichen Bereich und erhält Ausdruck in übertriebenen Schilderungen menschlicher Schwäche, Borniertheit, Feigheit, Selbstsucht oder Spießigkeit. Die Sprache bleibt dabei stets sachlich kühl, was was die Satire noch eindringlicher und witziger wirken läßt und gleichzeitig vor sprachlichen Übertreibungen bewahrt. Als Beispiel sei hier ein Textauszug angeführt:
Als er den schlechtesten Platz erhalten hatte, der zu erhalten war - denn Sellén hatte keine königliche Medaille und gehörte nicht der Akademie an -, erschien "der Professor in Carl IX.". Er wurde so genannt, weil er auf einer Auktion ein Weinglas, ein Tischtuch, einen Stuhl und ein Pergament aus der Zeit Carls IX. erworben hatte. Diese Dinge malte er nun seit zwanzig Jahren - manchmal mit, manchmal ohne den König.
Trotzdem sollte man das Buch meiner Meinung nach nicht als "Totalkritik" abstempeln. An einigen Figuren sind durchaus auch positive Aspekte zu bemerken. Vor allem sei hier die Figur des Olle Montanus erwähnt, der, obwohl sie nur relativ selten auftaucht, eine besondere Bedeutung zukommt. Obwohl Olle als "klein, kränklich und außerordentlich schlecht gekleidet" dargestellt wird, lebt er als Einziger die ganze Zeit über nach seinen eigenen Vorstellungen und Idealen und geht seinen eigenen Weg, was ihn in die bitterste Armut stürzt. Und obwohl er seine Ziele nicht erreicht und sich schließlich das Leben nimmt verkörpert er doch eine Art von positivem Menschenbild in einer verrückten, kranken Gesellschaft. Ähnliches ließe sich wohl in einigen Ansätzen auch über Sellén sagen, dem allerdings sein zwischenzeitlicher Erfolg zu Kopf steigt und ihn für einige Zeit sich selbst vergessen läßt, bevor ihn die Realität wieder erfaßt. Aber anders als Falck beugt er sich nicht der Gesellschaft, sondern läuft vor ihr davon.


Strindberg und die Schären

ein persönlicher Eindruck

Wer in Stockholm an den Nybrokajen kommt und einen der zahlreichen Ausflugsdampfer Richtung Saltjöbaden oder Vaxholm besteigt, befindet sich schon nach kurzer Fahrt in einer anderen Welt. Vergessen sind auf einmal der Großstadtlärm, der Verkehr und die (in Stockholm allgegenwärtigen) deutschen und japanischen Touristen. Stattdessen befindet man sich in einer Landschaft, die eigentlich gar nicht in unsere Zeit gehört. Soweit das Auge reicht sieht man Schären. Manche sind so klein, daß gerade mal eine der typisch-schwedischen roten Holzhütten daraufpaßt, andere sind mit kleinen Ortschaften und Häfen bebaut, aber die meisten sind gar nicht bewohnt. Sie liegen einfach da in ihren unterschiedlichen Fromen, Größen und Gestalten. Manche sehen aus wie graue schlafende Wale, andere sind bewachsen mit Birken, Erlen, und Büschen und wenn man genau hinguckt, erkennt man Blaubeeren oder die kleinen, zuckersüßen wildwachsenden Erdbeeren, die "Smultron" genannt werden und aussehen, als wären sie eigens für Astrid-Lindgren-Filme gezüchtet worden. Begnete einem nicht ab und zu eines der überdimensionalen Passgierschiffe, die wie groteske Ungeheuer weit über alle anderen Erhebungen im Blickfeld hinausragen, so könnte man meinen, sich in einer anderen Zeit zu befinden - in der Zeit August Strindbergs, den mit dieser Landschaft Zeit seines Lebens eine tiefe Liebe verband. Mit großem Erstaunen bemerkt man als Strindberg-Leser, wie der Meister der düsteren Dramen, menschlichen Tragödien und satirischen Spöttereien angesichts einer ihm von frühester Kindheit an wohlvertrauten Landschaft in kindliche Verzückung gerät. Die folgenden beiden Textauszüge stammen aus seiner "Kindergeschichte aus den Schären", in der er in verschlüsselter Weise auch die Geschichte seiner eigenen Kindheit erzählt. Daneben ist sie aber auch eine Liebeserklärung an das kleine Paradies vor Stockholms Haustür:

... , und wenn man nun durch den Wind wendet und sich vor Steuerbordhalsen legt, zeigt sich der andere Strand wie eine lichte Erscheinung, ein Sommertraum: niedrige, helle Erlenufer mit Schilfbuchten, kleine weiße, blaue und rosenrote zuckerbudenartige Villen mit Obstbäumen und Blumenrabatten, Landungsbrücken und Badehäuser, Boote mit Segeln und Wimpeln; hundertjährige Eichen, die ihre grünen Kuppeln über Blumenteppiche recken, ein Stückchen Ackerland mit wallendem Roggen, ein Hügel mit Birken, ein unter Haselsträuchern sich hinschlängelnder Weg.

Zur linken hatte er den Sund, in den grüne, mit Erlen bestandene Landzungen hinausragten. Da lag ein Sommerhäuschen neben dem anderen, ein jedes von eigenem Aussehen, doch alle nett und schmuck mit ihren offenen Veranden, fächelnden Gardinen, Fahnenstangen und Rosengärtchen. Es war die Zeit der Rosen. und aus den Büschen quollen die Blüten hervor und ergossen sich übereinander wie Wasser aus einem überschäumenden Gebirgsbach.


Strindberg war und blieb seiner Heimat immer eng verbunden. Obwohl er sie 1883 im Zorn verließ und auch später noch viele Unannehmlichkeiten mit den pingeligen schwedischen Behörden hatte (1884 mußte er beispielsweise nach Stockholm reisen, um sich einer Anklage wegen Gotteslästerung als Reaktion auf seine Novellensammlung "Heiraten" zu stellen, die meisten seiner Theaterstücke durften in Schweden nicht oder erst mit erheblicher Verspätung aufgeführt werden) war sie ihm doch ein Rüchzugsort, den er während der Jahre als gefeierter Schriftsteller in den Metropolen Europas immer wieder besuchte und wohin er schließlich auch wieder zurückkehrte. Das seine besondere Liebe dabei den Schären galt, kann jeder, der einmal dort gewesen ist, sicher nachvollziehen.


Dritter Gesang des Holländers
Nachgesang auf die dritte Ehe
Der "3. Gesang des Holländers" gehörte ursprünglich in Strindbergs 1903 geschriebenen Gedichtband "Kleinkunst und Wortspiele". Auf Betreiben des Autors wurde er aber noch nach der Drucklegung wieder daraus entfernt! Der Grund: Strindberg hielt diesen "Gesang" für zu boshaft gegenüber seiner dritten Frau Harriet Bosse, von der er im selben Jahr geschieden worden war. So fehlten drei Seiten, als das Buch 1905 erschien. Diese überdauerten fast 70 Jahre unbemerkt im Archiv des Verlages und wurden erst im Jahre 1974 erstmals einer (schwedischen) Neuaflage beigefügt. Aus diesem Grunde sind sie meines Wissens in keiner deutschen Strindberg-Ausgabe vorhanden. Dies ist allerdings nur eine Vermutung, da es sich während meiner Arbeit mit Strindberg gezeigt hat, daß nur seine bekanntesten und wichtigsten Werke einzeln in deutscher Sprache zu bekommen sind, alle anderen Texte gibt es nur in Form einer extrem teuren (und schon recht alten) Gesamtauflage, deren Neuauflage durch Erbstreitigkeiten immer wieder verzögert wird. Hier also der lange Zeit verschollene "dritte Gesang", den ich notgedrungen selbst aus dem Schwedischen übersetzt habe:
Illustration von
Arthur Sjögren aus
"Kleinkunst und Wortspiele"
Leseprobe

Dritter Gesang des Holländers

aus "Wortspiele und Kleinkunst" von August Strindberg, erschienen 1905, übersetzt von Erik v. Uexküll
Nun stehen wir wieder bei der Kathedrale
Mein Pilger und ich.
Ein Jahr ist vergangen, ein entsetzliches, unvergeßliches
Und alles ist vorbei.
Im Hafen liegt mein Schiff und zerrt,
Es sehnt sich wie ich nach dem Meer.
Daß ich noch lebe ist ein Wunder
Und eine Gnade des Himmels,
Und doch ...
Mein Haar ist weiß geworden
Die Farbe meiner Augen verblaßt
Doch gibt es einen Namen für diese Qual, die ich litt?
Die absichtliche Bosheit,
Die gewollte Lüge
Die geschickte Verleumdung
Bodenlos und stur
Wie der Haß selbst!
Und doch ...
Ich ging zur Hochzeitsfeier
Wie zu einem Kinderfest;
Ich legte mein Schicksal in ihre Hände
Und meinen Kopf in ihren Schoß
Wie in den eines Freundes
Omphale! Omphale!
1)
So erwachte ich aus meinem Liebestraum
Und fand, das ich gefangen war
Bei meinem schlimmsten Feind
Auf dem Boden eines stinkenden Brunnens
Angekettet an einen Leichnam
Der Stück für Stück
Meine Seele verfaulen ließ.
Wer gab Dir die Macht, Du kleiner Wurm
Den Starken so zu quälen?
Von mir und meiner Manneskraft
bekamst Du sie!
Ich gab, Du nahmst entgegen!
Doch als ich mich verschloß,
Und mir das Meine zurückholte,
Da war Deine Allmacht zu Ende.
Kein Laster, kein Verbrechen,
Kein Schmerz, kein Elend,
Keine Bosheit, kein Wahn
Den ich nicht durchmachte ...
Und doch ...
Jetzt da ich wieder frei bin
Und endlich die Stunde des Abschieds naht,
Jetzt sehe ich den Feind wieder als Freund;
Ein gutmütiges Lächeln scherzt mit der Vergangenheit ...
Das Gewesene erscheint mir als Prüfung!
Und das ich nicht starb in der Schlangengrube
Und all die Qualen überstand
Freut mich sehr und enttäuscht mich doch fast
Macht mich dankbar und zur Versöhnung bereit;
Also: Trotz allem, und doch - im Leben
Wird man nicht selten beengt
Für nichts wird uns nichts gegeben
Und kein Sieg ohne tiefe Wunden
Lebwohl, Omphale, meine einstige Herrscherin
Jetzt kann ich über Deine Künste verstohlen lächeln
Der Sklave war ich, doch Du die Sklavin;
Jetzt bin ich wieder Mann
Aber Du bist nur eine kleine, böse Frau


1) Omphale, in der griechischen Mythologie lydische Königin, die Herkules von Hermes kaufte. Bei ihr mußte Herkules "Frauenarbeiten" wie Spinnen leisten und Frauenkleider tragen, während sie seine Löwenhaut und seine Keule trug.

Zusammenhang
mit Dehmel

1889 kommt Strindberg nach Berlin und wohnt zunächst bei Freunden in Friedrichshagen, wo er es allerdings nicht lange aushält. Aus "Friedrichshölle", wie er es nennt, flieht er zu seinem Freund und Verehrer Sanislaw Przybyszewski. Dieser organisiert einen "Unterstützerkreis", um den völlig mittellosen, aber trotzdem großzügig lebenden Strindberg finanziell zu unterstützen. Zu diesen "Unterstützern" gehört auch der damals selbst noch recht arme Richard Dehmel. Die beiden treffen sich auch häufig in der von Strindberg "entdeckten" Weinstube, die unter dem Namen "schwarzes Ferkel" bald zum Anziehungspunkt für Künstler und Literaten aller Art wurde.
Bei einer dieser Gelegenheiten verfaßte Dehmel auch ein Gedicht auf Strindberg, das an dieser Stelle freundlicherweise von Herrn Stüsser eingefügt wird...

Brief von Dehmel an Strindberg

Wien, 15.11.8
Lieber alter Strindberg!

Deine Blaubücher sind meine Reisegefährten, und es drängt mich schon seit Tagen, Dir dafür zu danken. Eine ungeheure Beichte und Buße hast Du über unsere Vernunft gehängt; seit Augustinus und Pascal ist der menschliche Geist nicht so unerbittlich mit sich ins Gericht gegangen. Ich glaube zwar, daß auch der Irrtum von der Gottheit gewollt ist, und kann ihn deshalb nicht so streng verdammen, aber an Dir verehre ich den strengen Eifer, mit dem Du abtust, um Dich für eine ewige vorzubereiten, und andere Seelen mit Dir. Ich hoffe, Du wirst es nicht als Revanche, sondern nur als ein Zeichen der Liebe auffassen, wenn ich Dir im nächsten Jahr auch ein paar Bücher schicken werde, worin ich an einigen Stellen meine Verehrung für Dich ausgesprochen habe.
Neulich hat mir von Dir geträumt. Ich saß mit meiner jetzigen Frau, mit der ich eine e c h t e Ehe führe, in einem Garten; da gingst Du draußen vorüber, blicktest über den Zaun und nicktest uns einen Gruß zu, mit einem Lächlen, das zuerst ein schmerzhaft spöttisches Zucken war, dann aber in ein helles Erstaunen ü+berging und zuletzt ganz väterlich wohlwollend wurde, unendlicxh gütig und heiter. Nun gingen wir auf Dich zu, und Du reichtest mir die Hand über den Zaun; ich wollte sie Dir küssen, Du wehrtest mir, und davon wachte ich auf -

Dein Dehmel


Stimmen
zu Strindberg

Max Reinhardt
Ein wahrhaft faustische Natur, August Strindberg, der wie von einem bösen Geist durch alle Höhen und Tiefen des Lebens geschleppt wurde, bis zu seiner Erlösung, hat von seinem furchtbaren geistigen Ringen bleibende Dokumente dem dem deutschen Theater hinterlassen

Hermann Hesse
Er hat sich gern auf die Bank der Spötter gesetzt, nie aber auf die Bank der Bequemen und Selbstgenügsamen, er ist bei keinem Fündlein und kleinen geistigen Erwerb sitzengeblieben, um nun dessen Zinsen zu genießen...
Wohl hat er zuweilen Rache genommen und Peitschenhiebe geschrieben, aber ich fühle kein Bedürfnis, sie zu entschuldigen, ich möchte sie gar nicht missen.


Theodor Fontane
Ein furchtbarer Mann, dieser Strindberg, aber doch von einem so großen Talent, daß man in seinem Unmut, Ärger und Ekel immer wieder erschüttert wird.

Weitere Links


Die meisten Bilder und Photographien Strindbergs, aber auch das Originalmanuskript von "Fräulein Julie" sind im schwedischen Nationalmuseum in Stockholm zu sehen - allerdings leider nicht via Internet. Trotzdem hier der Link: http://www.nationalmuseum.se

In Strindbergs letzter Wohnung, dem sogenannten "blauen Turm" in Stockholm, befindet sich heute das Strindberg-Museum. Ein Besuch der homepage lohnt in jedem Fall: http://www.strindbergsmuseet.se

Bravo-Reportage
Teil 3

Total super Schriftsteller der Jahrhundertwende
D i e s m a l :
August STRINDBERG
Der niedliche Schwede mit den stahlblauen Augen wird am 22. Januar 1849 geboren. Wie alle Steinböcke ist er dynamisch und hat ein aufbrausendes Wesen, kann aber trotzdem auch total sensibel und einfühlsam schreiben. Seine erste große Liebe ist Siri von Essen, weil er bei Mädchen voll auf blonde Haare und eine gute Figur steht. Am wichtigsten ist ihm aber trotzdem der Charakter…
Sein Leben lang schreibt er supertolle Bücher!
1912 bekommt er total bitter Magenkrebs und stirbt daran. Tausende von meist weiblichen Fans stehen weinend an seinem Grab!

(Schluchz) Erik.