Paula Dehmel



Erich Mühsam
Eine weitere zeitgenössische Kurzbiographie
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Leseprobe

Richard Dehmel:
Die Schaukel
Das Karussell

Paula Dehmel:
Rumpumpels Geburtstag
Mein Wagen
Puppen-Doktor
Sankt Niklas' Auszug
Der Teufel und die Katz

Paula und Richard Dehmel:
Freund Husch
Der Reitersmann
Das Maiwunder
Der kleine Sünder
Fragefritz und Plappertasche


Paula Dehmel,
geb. Oppenheimer, als junge Frau.

Sie wird als Paula Oppenheimer am 31.10.1862 in Berlin geboren. Ihr Vater ist Prediger und Lehrer am Gebetshaus der jüdischen Reformgemeinde. Dehmel, der mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Franz Oppenheimer befreundet ist, begegnet ihr 1886. Sie heiraten am 4.5.1889 und haben nach und nach drei Kinder: 1890 Vera, 1891 Heinz Peter und 1897 Liselotte. Richard Dehmel liebt ab etwa August 1892 zugleich Hedwig Lachmann, die auch mit Paula Dehmel befreundet ist. Die Dichterin Und Übersetzerin Hedwig Lachmann lehnt die von Dehmel vorgeschlagene "Ehe zu dritt" allerdings ab. Nachdem Richard 1895 seine spätere zweite Frau Ida Auerbach kennengelernt hatte, trennt sich Paula 1898 von ihrem Mann und willigt 1900 in die Scheidung ein. Mit ihren drei Kindern lebt sie weiterhin in Berlin. Mit Else Lasker-Schüler, Otto Julius Bierbaum, Arno Holz und Johannes Schlaf ist sie bekannt. Sie verfaßt Kindergedichte, Märchen und Geschichten. 1915 - 1917 gibt sie den "Meidinger Kinderkalender" heraus. Sie stirbt am 8. Juli 1918 in Berlin-Steglitz.
Bände mit Kinderlyrik: Mit Richard Dehmel gemeinsam "Fitzebutze (1900); "Rumpumpel" (1903); "Auf der bunten Wiese " (1912); "Das liebe Nest" (1919, herausgegeben von Richard Dehmel).


Der Bruder von Paula Dehmel und der Freund Richard Dehmels war der später bekannte Nationalökonom Franz Oppenheimer. Seine Erinnerungen, vom Hamburger Felix Meiner Verlag ins Netz gestellt, sind für die Jahrhundertwende ausgesprochen informations- und aufschlußreich. Über seine Schwester schreibt er auf S. 72

Das Poesie-Album erschien von 1967 bis 1990 im Verlag Neues Leben Berlin in der ehemaligen DDR. Es wurde in Auflagen zwischen 7000 und 12 000 von Bernd Jentsch herausgegeben und von bekannten Graphikern und Illustratoren der DDR gestaltet. Zu kaufen war es an Zeitungskiosken und in allen Buchhandlungen. Neben klassischer und internationaler Lyrik wurden hier viele DDR-Autoren mit ihren ersten Gedichten publiziert. Mit den insgesamt 275 Heften liegt eine der umfangreichsten und repräsentativsten Lyrik-Sammlungen deutscher Sprache vor. Das Paula-Dehmel-Heft wurde von Dorothea Oehme zusammengestellt, es erschien 1989.


Zeitgenössisches "literarisches Portrait" von Erich Mühsam aus:
Führer durch die moderne Literatur, herausgegeben von Hanns Heinz Ewers, unter Mitwirkung der Schriftsteller Victor Hadwiger, Erich Mühsam, René Schickele, Walter Bläsing. Berlin 1906. S. 41/42
Paula Dehmel, geb. 1868 in Berlin, lebt ebenda. Eine ausgezeichnete Kinderdichterin. Richard Dehmel gab in Gemeinschaft mit ihr das oben erwähnte Buch "Fitzebutze" heraus; doch muß, weil nicht allgemein bekannt, hervorgehoben werden, daß in dieser Sammlung die Mehrzahl der Beiträge und zudem die besten und wirksamsten der Gedichtchen von Paula Dehmel herrühren. Sie weiß Töne anzuschlagen, die in der Seele der kleinen Kinder wiederklingen, indem sie mit dem Kinde in dessen eigener, unbeholfener Sprache lallt und die Sprache ins Kindlich-Lispelnde übersetzt. Wieviel mehr sie in dieser durchaus nicht zu unterschätzen den Kinderkunst als Pädagoge und als Spielkamerad der Kleinen leistet als Richard Dehmel, wird ersichtlich, wenn man den neuerdings von ihr allein verfaßten "Rumpumpel" betrachtet, oder im "Buntscheck", in dem sie ihre Beiträge namentlich unterzeichnet, diese mit denen des "Zwei Menschen"-Dichters vergleicht.

In der Zeitschrift der Staats- und Universitätsbibliothek Auskunft 1/99 findet sich ein Artikel über Paula Dehmel.
Er kann
bestellt, nicht gelesen werden.
Paula und ihre Kinder Veradetta,
Liselotte und Heinrich.

Ausgewählte Gedichte von Richard und Paula Dehmel


Einige Bilder zu Gedichten von Paula Dehmel;
sie stammen von Schülern und Schülerinnen einer
5. Klasse des Christianeums. Ein Klick auf den Ausschnit,
und das ganze Bild erscheint. Größe: 176 KB.
Bild von Philipp von Lamezan

Die Schaukel
Bild von Julia Shulkevych

Rumpumpels Geburtstag
Bild von Felix Kraft

Das Karussell
Bild von Philipp von Lamezan

Mein Wagen


Richard Dehmel
Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit: die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, juchhee,
ich lasse mich fliegen, fliegen;
und alles sieht man, Wald und See,
ganz anders stehn und liegen.

Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?
Im Himmel! ich glaube, ich falle!
Das tut so tief, so süß dann weh,
und die Bäume verbeugen sich alle.

Und immer wieder in dieHöh,
und der Himmel kommt immer näher;
und immer süßer tut es weh –
der Himmel wird immer höher.

aus: Der Kindergarten (R. Dehmel, GW Bd. 10)


Rumpumpels Geburtstag

Kräht der Hahn früh am Tage,
Kräht laut, kräht weit:
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!

Guckt das Eichhörnchen runter:
Wenig Zeit, wenig Zeit!
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!

Kommt das Häschen gesprungen,
macht Männchen vor Freud:
Guten Morgen, Rumpumpel,
dein Geburtstag ist heut!

Und Vater und Mutter,
alle Kinder, alle Leut
schrein: Hoch der Rumpumpel,
sein Geburtstag ist heut!

aus: Rumpumpels Geburtstag


Puppen-Doktor

Ach, lieber Doktor Pillermann,
Sieh dir mal bloß mein Püppchen an;
Drei Tage hat es nichts gegessen,
Hat immer so stumm dagesessen,
Die Arme hängen ihr wie tot,
Sie will nicht einmal Zuckerbrot!
Ach, lieber Doktor, sag mir ehrlich,
ist diese Krankheit sehr gefährlich?
Madame, Sie ängstigen sich noch krank!
Der Puls geht ruhig, Gott sei Dank;
Doch darf sie nicht im Zimmer sitzen,
Sie muß zu Bett, muß tüchtig schwitzen,
Dann wird es morgen besser sein.
Empfehl mich!

aus: Jugendland


Der Teufel und die Katz

Ein Kätzchen ging einst jagen,
Welch schöne Katz, welch feine Katz,
An einer Kirchhofsmauer,
Da lag sie auf der Lauer
und fing sich einen Ratz.

Ach, Kätzlein laß mich leben,
Du schöne Katz, du feine Katz;
Will dienem deinem Willen
Jed Wünschlein dir erfüllen
Als dein getreier Schatz.

Das Kätzlein ließ sich rühren,
Die schöne Katz, die feine Katz;
Sie ließ die Ratte leben,Tat ihr ein Laternchen geben
Zu leuchten bei der Hatz.

Der Ratz ward groß und größer -
Du schöne Katz, du feine Katz,
Wir wollen beid spazieren,
Am Arm will ich dich führen
Als dein getreuer Schatz.

Dein Schwänzlein will ich kämmen,
Ei, schöne Katz, ei, feinen Katz!
Er rupft sie zum Erbarmen,
Kein Mauen hilft der Armen,
Vor Schmerz tut sie ´nen Satz.

Hätt ich dich doch gefressen,
Ich gute Katz, ich feine Katz;
Ein Untier bist du worden,
Wirst mich gewiß noch morden,
Du Ungetüm von Ratz.

Er sprang ihr auf den Rücken:
Hei, schöne Katz, hei, feine Katz,
Jetzt habe ich zu sagen,
Mußt mich als Reiter tragen
Auch ohne Zaum und Latz.

Jetzt fahren wir zur Hölle,
Du schöne Katz, du feine Katz,
Heidi, ein Katzenbraten
Wird dem Teufel schon geraten,
Ich schür den Ofen, Schatz.

aus: Rumpumpels Geburtstag


Paula und Richard Dehmel
Freund Husch

Husch, husch, husch,
ich putze meinen Busch.
Der Mond ist da, der Mond ist hell;
der Mond, der ist mein Spießgesell,
husch.

Husch, husch, husch,
ich schlüpfe aus dem Busch.
Ich stecke mein Laternchen an,
ich zünde uns die Sternchen an,
husch.

Husch, husch, husch,
ich schüttel meinen Busch.
Die Kinderchen sind all zur Ruh,
ich schüttel ihnen Träume zu;
die haben wir vergangne Nacht,
der Mond und ich, uns ausgedacht,
husch.

Husch, husch, husch,
ich schlüpfe in den Busch.
Ich puhste mein Laternchen aus,
ich suche mir ein Sternchen aus,
das laß ich droben Wache stehn,
nun kann ich ruhig schlafen gehn,
husch, husch, husch,
im Busch.

aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 296


Paula und Richard Dehmel
Der kleine Sünder

Gestern lief der Peter weg,
spinnefix verstohlen;
setzt sich Mutter den Bänderhut auf:
wart, ich will dich holen !
Sausepeter,
Flausepeter,
kleiner Sünder, wo bist du?

Hahnematz steht auf der Wiese,
"kiek ins Grüne!" kräht er;
sag mir, bunter Kickeriki,
wo ist unser Peter?
Bummelpeter,
Schummelpeter,
kleiner Sünder, wo bist du ?

Wie sie sich im Garten umkuckt,
ist er nicht zu sehen;
bleibt sie neben dem Spargelbeet
unterm Pflaumbaum stehen.
Aber Peter
nirgends steht er;
kleiner Sünder, wo bist du?

Hört sie etwas lachen, horch,
oben aus dem Baume;
sitzt der Peter seelenvergnügt,
pflückt sich eine Pflaume.
Wirft ein Steinchen,
schwenkt die Beinchen,
wupptich - ; Mutter, da bin ich !

aus:
R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 301


Paula und Richard Dehmel
Das richtige Pferd

Wer schenkt mir ein lebendiges Pferd,
mein Schaukelpferd ist gar nichts wert,
es hat so steife Beine.
Es stampft nicht, frißt nicht, wiehert nicht,
und macht solch ledernes Gesicht;
es weiß nicht, was ich meine.

Wenn mir der Weihnachtsmann ein Pferd,
ein wirklich richtiges Pferd beschert,
dann reit ich über die Brücke,
und reite durch den Kiefernforst
nach Vehlefanz und Haselhorst,
und noch fünf große Stücke.

Dann bin ich mitten in der Welt;
Da such ich mir ein Haberfeld
Und lasse mein Pferdchen grasen.
Und dann, dann reit ich ans Ender der Welt,
wo der Riese den Regenbogen hält,
und – schick euch 'ne Ansichtspostkarte.

Aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 307



Richard Dehmel
Das große Karussell

Im Himmel ist ein Karussell,
das dreht sich Tag und Nacht.
Es dreht sich wie im Traum so schnell,
wir sehn es nicht, es ist zu hell
aus lauter Licht gemacht;
still, mein Wildfang, gib acht!

Gib acht, es dreht die Sterne, du,
im ganzen Himmelsraum.
Es dreht die Sterne ohne Ruh
und macht Musik, Musik dazu,
so fein, wir hören’s kaum;
wir hören’s nur im Traum.

Im Traum, da hören wir’s von fern,
von fern im Himmel hell.
Drum träumt mein Wildfang gar so gern,
wir drehn uns mit auf einem Stern;
es geht uns nicht zu schnell,
das große Karussell.

aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 298


Mein Wagen

Mein Wagen hat vier Räder,
vier Räder hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.

Mein Wagen hat’ ne Deichsel,
’ne Deichsel hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.

Mein Wagen hat ein Pferdchen,
ein Pferdchen hat mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.

Mein Wagen fährt nach Potsdam,
nach Potsdam fährt mein Wagen,
rolle, rolle, rummerjan,
das wollt ich euch bloß sagen.

Und wer mit mir nach Potsdam will,
in meinem neuen Wagen,
rolle,rolle, rummerjan,
der braucht es bloß zu sagen.

aus: Das liebe Nest


Sankt Niklas' Auszug

Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus,
klopft seine lange Pfeife aus
Und sagt zur heiligen Kathrein:
Öl mir die Wasserstiefel ein,
Bitte hol auch den Knotenstock
Vom Boden und den Fuchspelzrock,
Die Mütze lege oben drauf.
Und schütte dem Esel tüchtig auf,
Halt auch sein Sattelzeug bereit;
Wir reisen, es ist Weihnachtszeit.
Und daß ich´s nicht vergeß, ein Loch
Ist vorn im Sack, das stopfe noch !
Ich geh derweil zu Gottes Sohn
Und hol mir meine Instruktion.

Die heilige Käthe, sanft und still,
Tut alles,was Sankt Niklas will.
Der klopft indes beim Herrgott an
Sankt Peter hat ihm aufgetan
Und sagt: Grüß Gott ! Wie schaut´s denn aus?
Und führt ihn ins himmlische Werkstättenhaus.
Da sitzen die Englein an langen Tischen,
Ab und zu Feen dazwischen,
Die den kleinsten zeigen, wie´s zu machen,
Und weben und kleben die niedlichsten Sachen,
Hämmern und häkeln, schnitzen und schneidern,
Fälteln die Stoffe zu zierlichen Kleidern,
Packen die Schachteln, binden sie zu
Und haben so glühende Bäckchen wie du.

Herr Jesus sitzt an seinem Pult
Und schreibt mit Liebe und Geduld
Eine lange Liste. Potz Element,
Wieviele artige Kinder Herr Jesus kennt!
Die sollen die schönen Engelsgaben
Zu Weihnachten haben.

Was fertig ist, wird eingesackt
Und auf das Eselchen gepackt.
Sankt Niklas zieht sich recht warm an;
Kinder, er sit ein alter Mann,
Und es fängt tüchtig an zu schnein,
Da muß er schon vorsichtig sein.

So geht es durch die Wälder im Schritt,
Manch Tannenbäumchen nimmt er mit;
Und wo er wandert bleibt im Schnee
Manch Futterkörnchen für Hase und Reh.
Aus Haus und Hütte straht es hell,
Da hebt er dem Esel den Sack vom Fell,
macht leise alle Türen auf,
Jubelnd umdrängt ihn der kleine Hauf:
Sankt Niklas, Sankt Niklas,
Was hast du gebracht?
Was haben die Englein
Für uns gemacht?
"Schön Ding, gut Ding,
Aus dem himmlischen Haus;
Langt in den Sack! Holt euch was raus!"

aus: Rumpumpel


Paula und Richard Dehmel
Der Reitersmann

Schimmel, willst du laufen,
will ich dir was kaufen !
Heißa, lauf nach Mexiko,
da kaufe ich dir Bohnenstroh;
laufe nach der Mongolei
da kauf ich mir ein Osterei.

Eile, Schimmel, eile,
oder du kriegst Keile !
Hopsa, lauf nach Hindostan,
da kaufe ich mir Marzipan;
laufe nach Kap Morgenrot,
da kauf ich dir ein Freierbrot.

aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 294


Paula und Richard Dehmel
Das Maiwunder

Maikönig kommt gefahren,in seinem grüngoldnen Wagen,
mit Saus und Gesinge.
Seine Zügel sind Sonnenstrahlen;
große blaue Schmetterlinge
ziehn ihn über Busch und Bach,
daß die weißen Blütenglocken
in seinen Locken
schwingen und springen.
Und Hans kuckt ihm nach
und hört sein Lied:
wer zieht mit? zieht mit?

Kommt das Maienweibchen,
trägt ein weißes Kleidchen,
trägt ein grünes Kränzchen,
sagt zu unserm Hänschen:
Eia, Hans,
komm zum Tanz !
Einen Schritt Frau Nixe,
einen Schritt Herr Nix,
Ringeldireih, Ringeldireih,
Dienerchen,
Knix !

aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 297


Paula und Richard Dehmel
Fragefritz und Plappertasche

Fritz, ich möcht den Spaten haben.
"Mutterchen, warum?"
Möchte eine Grube graben.
"Mutterchen, warum?"

Möchte drin ein Bäumchen pflanzen.
"Mutterchen, warum?"
Wird mein Fritze drunter tanzen.
"Mutterchen, warum?"

Wird das Bäumchen Kirschen tragen.
"Mutterchen, warum?"
Ei, du mußt die Spatzen fragen,
die sind nicht so dumm! -

Kommt die kleine Plappertasche:
"Mutterchen, nicht wahr,
ich bin klüger als der Fritze,
bin schon bald sechs Jahr!

Mutterchen, nicht wahr, der Fritze
ist ein Schaf, o jee !
Ich kann schon bis zwnzig zählen
und das A B C !"

I, du kleine Plappertasche ,
laß den Fritz in Ruh !
Plappertasche, wische wasche,
halt das Mäulchen zu !

Übermorgen in acht Wochen
kommt der Weihnachtsmann;
wenn du dann noch immer plapperst,
was bekommst du dann?

Einen großen Maulkorb ! -

Aus: R. Dehmel, Gesammelte Werke II, 302
Richard Dehmel mit seiner Mutter Luise Dehmel, geb. Fließschmidt, und den Kindern.
Sohn Heinrich wurde später Arzt
und veröffentlichte dieses Buch.