Personen, Figuren
zu denen kurze Texte geschrieben - und die gleichzeitig vertieft werden könnten


1892
Theodor Fontane
kommt 1898 nicht mehr in Frage, da er gerade stirbt. 92 ist er in Berlin als Theaterkritiker unterwegs. Durch Jenny Treibel lernen wir einen Berlin-Roman gut kennen - dies reicht für diese Perspektive schon. Andere können natürlich vertiefend hinzugezogen werden (Stechlin,Möhring...). Das Berliner Alltagsleben wird auch in seiner guten Spätlyrik deutlich. Mengenmäßig ist dies sehr wenig, die Texte sind sarkastisch-nihilistisch (Nietzsche). - Für das Skript ist seine Stellung zu den Naturalisten von Interesse; die wichtigsten Rezensionen zu Ibsen, Hauptmann usw. sollten gelesen werden. Er kennt nicht nur sie; sehr beeindruckt hat ihn wohl auch Andrea Lou Salomé, die er in den Stechlin einbaut. Mit der Beschreibung Fontanes ("alter, großgewachsener Herr..") beginnen Kerrs Briefe aus Berlin.
Heranzuziehen sind hier.: Tagebücher, Werke Abt.III, Bd.3/II und Theaterkritiken, Abt. III, Bd.2. Alle in der Christianeumsbiliothek.




1898
Gerhart Hauptmann ; oder 1892: zu dem Zeitpunkt wohnter er allerdings in Schreiberhau in Schlesien. Er könnzte zu einem Kurzbesuch nach Berlin kommen.
1898 wohnt er in Grunewald, bereits sehr erfolgreich. Künstlerisch entscheidende (Bahnwärter Thiel, Vor Sonnenaufgang) Jahre verbringt er in Erkner bei Berlin (1885-88), hat Kontakt zu der Friedrichshagener Boheme, hält regelmäßig Vorträge im "Durch". 98 hat er u.a. einen langen Zürich-Aufenthalt hinter sich, eine Amerikareise, die Trennung von seiner ersten Frau u.ä. Die Friedrichshagener Hart , Bölsche, Wille usw. kennt er gut, in Zürich hat er Wedekind, Henckell (Lou Salomé, die dort studierte?) kennengelernt.
Skript: Hauptmann ist der etablierte einzelgängerische deutsche Star, der vielleicht nach einem Theaterbesuch oder Vortrag vorbeischaut und auf alte Bekannte trifft.
Texte: am besten die Autobiographie, "Die Abenteuer meiner Jugend" vor allem der letzte Teil (Christianeumsbibl.) Auch: die Rororo-Monographie von Kurt L. Tank (die allerdings nicht systematisch/chronologisch verfährt). Ein reizvolles Thema für eine Facharbeit: Hauptmann in Hamburg; hier hatte er immer wieder lange (Arbeits)Aufenthalte.
Fidus (Hugo Höppener 1868-1948). Die Qualität seiner Bilder ist strittig. Auf jeden Fall war er sehr erfolgreich, von der Art her ein früher Hippi. Lebt zunächst in Diefenbachs Freikörperkultur-Kommune bei München, kommt dann nach Berlin, lebt in Friedrichshagen und später bis zu seinem Tod im "Fidushaus" in Woltersdorf bei Erkner (Osten Berlins). Antipode Heinrich Vogelers, prägend für Formen des Jugenstils, später Blut- und Boden-Tendenzen, bis heute in der Comic-Kultur stark wirkend.
Skript: Wenn er eingebaut wird, sollte während des Gesprächs mit einem Projektor gearbeitet werden, da seine Bilder für sich sprechen. Er läßt sich schön einem eventuellen - Munch - Teil 1892 konfrontieren (dort wären dann auch Bilder zu zeigen, nicht nur "Der Schrei").
Texte: In dem großen Fidus-Buch bei 2001 ist alles wesentliche enthalten, sehr viele Bilder, Photos usw. (Frecot,Geist,Kerbs: Fidus Neuauflage hg. von Mattenklott, Weller. Zusätzlich: das kleine Heftchen über das Fidus-Haus (Buntbuch, Kleist-Archiv Frankfurt/Oder).