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Der Hamburger Hafen war damals in vielerlei Hinsicht das "Tor zur Welt". Als Auswandererhafen wird er von Dehmel in dem naturalistischen Gedicht "Vierter Klasse" gestaltet. "Die Hafenfeier" lässt sich in ganzer Länge innerhalb der Dehmelgedichte lesen. Im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall gibt es übrigens Bilder vom Stapellauf der "Imperator". Einige der Schiffe aus der Zeit Dehmels haben heute noch reichlich Wasser unter dem Kiel. Sie können im Museumshafen Övelgönne besichtigt und sogar gechartert werden. | |||
![]() Richard Dehmel Die Hafenfeier Vom stillen Hafen singt manch kleines Lied; Hafen der Weltstadt, bist du jemals still? O großer Braus der Unruhe, wenn schrill werktags die Dampfbootschwärme, Fähren, Schlepper, Jollen, Signale kreischend durchs Sprühwasser tollen, Rauchwolken durchs Gestarr der Maste rollen, durchs Möwengetümmel um Schlot und Spriet. < > Hafenszene um 1900, Der junge Dehmel-Fan Ernst Wilhelm Lotz erlebt den Hafen anders als der Meister: Glanzgesang. |
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Über 60 Millionen Menschen wandern von 1821 bis 1932 nach Übersee aus, darunter waren 6 Millionen Deutsche. Die Menschen versuchen so, politischer und religiöser Verfolgung und Unterdrückung, Armut, Hunger und Seuchen zu entkommen. Ende des 19.Jahrhunderts entwickelt sich - in Konkurrenz zu Bremen - Hamburg zum bedeutendsten deutschen Auswandererhafen: Etwa fünf Millionen Menschen wandern über den Hamburger Hafe aus, vornehmlich in die Vereinigten Staaten von Amerika, aber auch nach Argentinien, Kanada usw. Die im Hamburger Staatsarchiv fast lückenlos erhaltenen Passagierlisten der Reedereien, die Auswanderer beförderten, werden nach und nach vor allem für die Nachfahren der Auswanderer in Übersee ins Internet gestellt: Link To Your Roots. Die Auswanderer haben natürlich auch in der Kunst ihre Spuren hinterlassen. Bis heute populär ist ein Shanty wie der "Hamborger Veermaster", der - bei einer mehrdeutigen, variantenreichen Entstehungsgeschichte - sich inhaltlich auf den Goldrausch in Kalifornien von 1849 bezieht: Ik hew mol en Hamborger Veermaster sehn, to my hoo-dah, de Masten so scheev as den Schipper sien Been
In der Literatur wird die Emigration nach der gescheiterten demokratischen Revolution von 1848 häufig thematisiert, gegen Ende des Jahrhunderts in vielen Werken von Wilhelm Raabe, in Theodor Fontanes Roman "Quitt", bei Dehmel und bei Liliencron u.v.a. Dies ist keine oder nicht nur eine romantische Spielerei, sondern geschieht vor dem Hintergrund der wirklichen Entwicklung: Richard Dehmels Bruder Carl emigrierte in die USA nach San Francisco. Der überschuldete Detlev von Liliencron nimmt 1875 seinen Abschied aus der Armee ohne Pension "behufs Auswanderung." Von 1875 bis 77 lebt er in den USA als Sprachlehrer, Zureiter, Klavierlehrer, Anstreicher u.ä. Sein Versuch, in die US-Army aufgenommen zu werden, scheitert. Richard Dehmel Detlev von Liliencron Detlev von Liliencron |
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